02.November >> 20.Januar 2024

AUS DEM ELBTAL IN DIE WELT – UND WIEDER ZURÜCK

Mail Art in Dresden 1980–1990

Birger Jesch, Martina und Steffen Giersch,
Jörg Sonntag/J.S. Salich,
Joachim Stange, Jürgen Gottschalk

Eröffnung am Donnerstag den 2.11.2023 um 19 Uhr

Einführung: Frau Marie Egger
SoundCollage: Jo Siamon Salich, G.X. Jupitter Larsen / Californien
Texte: Jürgen Gottschalk

Die Mailartisten arbeiten bevorzugt mit den Kommunikationsmedien Postkarte und Brief, wobei sie auch amtliche Beförderungszeichen wie Briefmarke und Stempel in ihre Gestaltung einbeziehen.
In der DDR der 1970er Jahre begann eine kleine Gruppe Kreativer, deren Hauptvertreter der Berliner Künstler Robert Rehfeldt (†1993) war, Kontakte zu internationalen Künstlern herzustellen, um den einengenden Vorgaben der staatlichen Kulturfunktionäre zu entgehen.
Auch die Dresdner Mail Artisten wurden durch Robert Rehfeldt inspiriert, der 1979 erste internationale Kontaktadressen übermittelte.

Die auf unterschiedlichste Weise vervielfältigten Motive bezogen sich oftmals auf DDR-Tabuthemen wie Demokratie, Meinungspluralität, Pazifismus und Umweltschutz, für die es damals kein öffentliches Forum gab. Aber auch Fluxus und Konzeptkunst übten einen starken Einfluss aus.
Das erste Mail Art Projekt der DDR, welches unzensiert im Ländchen ausgestellt wurde, war erstmals im Februar 1981 in der Trachauer Weinbergskirche zu sehen.
200 DDR- Luftgewehr- Zielscheiben wurden von Birger Jesch aus Dresden-Löbtau in „alle Welt“ verschickt mit der Bitte um Überarbeitung. Die zurückgekehrten Unikate waren Ermutigungen für die regionale Friedensbewegung unter dem Dach der KIrche.
In verschiedenen sächsischen Kirchen war später immer wieder Postkunst zu sehen.

Daneben auch in privaten Räumen wie im Atelier von Jörg Sonntag; der eine Ausstellung des reisenden holländischen Mail Artisten Kees Francke organisierte. Dieser reiste 1986 durch Osteuropa mit Arbeiten seines Mail Art Projekts „Das Paradies der Arbeiter“.
Martina und Steffen Giersch organisierten zwei Fahrrad-Aktionen, passend zu ihrem Projekt „Mobil ohne Auto“, zu denen auch Berliner Mail Artisten anreisten.
Bis auf ca. 80 Personen wuchs die Szene der Mailartisten in der DDR an. Und jeder Einzelne
hatte wiederum seinen eigenen internationalen Korrespondenzkreis. Es gab gelegentliche gegenseitige Besuche, vor allem innerhalb der Ostblockstaaten. Doch auch Westdeutsche, Holländer, Japaner, US-Amerikaner, selbst ein Künstler aus Uruquay kamen, um die Lebens- und Produktionsbedingungen ihrer Korrespondenzpartner kennen zu lernen. Man tauschte sich aus und vertiefte die Kontakte; Freundschaften entstanden.

Das Ministerium für Staatssicherheit beobachtete diese Szene aufmerksam, konfiszierte Briefe, verhinderte Ausstellungen und Treffen und schlug zu, als einige der Mailartisten ihren Unmut über die politischen Verhältnisse unverblümt zu äußern begannen. Es gab Vernehmungen, Geldstrafen und eine illegale Wohnungsdurchsuchung bei Joachim Stange. Das Ziel war, einen Straftatbestand festzustellen und entsprechend abschreckend zu ahnden. Dem Dresdner
Siebdrucker Jürgen Gottschalk beispielsweise wurde wegen eines in seiner Werkstatt aufgehängten Solidarnosc-Plakats die Drucklizenz entzogen, später verhaftete man ihn und sperrte ihn ein.

Mail Art wurde von vielen Aktivisten als eine emanzipatorische, zeitgenössische Kunstform angesehen, die wenig mit dem Austausch von Artigkeiten zu tun hat. Zweidrittel der DDR- Mailartisten hatten keinen künstlerischen Beruf, sie waren Krankenpfleger, Kraftfahrer oder Handwerker. Dieser Personenkreis hatte in Punkto Karriere keine Illusionen und war auf diesem Felde nicht erpressbar.
Im Netzwerk der Mailartisten hat jeder die Möglichkeit, zu einem eigenen Kunst-Projekt einzuladen. Ein Thema bzw. Konzept wird vorgegeben, Einladungen werden gestaltet, Einsendeschluss und Format festgelegt; dann wird der Aufruf an beliebig viele Adressaten weltweit verschickt. Die eintreffenden Arbeiten verbleiben im Archiv des Initiators. Er erstellt und versendet einen Katalog oder zumindest eine Adressliste aller Teilnehmer, um weitere Kommunikation zu befördern. Oft entsteht eine Ausstellung, in der alle eingesandten Arbeiten gezeigt werden. Bis heute gibt es ein enges internationales Beziehungsgeflecht, aus dem heraus jederzeit eine neue, gemeinsame künstlerische Arbeit begonnen werden kann.

Die Retrospektive zeigt vielfältige Beispiele aus den Archiven der sechs ehemaligen Dresdner Akteure, welche auch alle selbst mehrere Projekte in den 1980ern organisierten.

Zur Eröffnung wird J.S. Salich die Soundcollage live weiter entwickeln und Jürgen Gottschalk liest Texte aus seinem Buch „Druckstellen“.

Jo Siamon Salich macht seit den 1990er Jahren Medienprojekte, interaktive Rauminstallationen, Performances und Musik.
Er hat einen seiner Sounds an G.X. Jupitter Larsen (Hollywood, California) übermittelt, der ihn überarbeiten wird. Jupitter Larsen hat bereits in den 1970er Jahren ein Mail Art-Netzwerk aufgebaut. Darüber hinaus hat er sich an der Punk-Rock-, der Kassetten- und der Zine-Kultur beteiligt und koordinierte für Pawel Petasz während der Zeit des polnischen Kriegsrechts von 1981 bis 1989 dessen Commonpress Editionen. Larsen war auch an der Mail Art Edition „BAMBU Nr.5“, die Salich 1983 herausgegeben hat, beteiligt. Als Gründer von The Haters praktizierte G.X. Jupitter Larsen Hardcore-Noise und brachte diese Musik auch auf über 300 Schallplatten und CD’s heraus. Einen Teil dieser Sounds hat er als einer der ersten zu Mail Art-Objekten bestimmt und auch als solche verschickt. Den Sound von Salich wird G.X. Larsen überarbeiten und an ihn zurück senden, eines der Grundprinzipien der Mail Art-Projekte.

Dauer: bis 22. Dezember 2023
Die Ausstellung wird verlängert bis 20.01.2024

Foto: Collage Mail Art, Jo Siamon Salich

Förderung:

Logo Landeshauptstadt Dresden

Mit freundlicher Unterstützung von der

08.September >> 12.Oktober 2023

IN THE CASE OF MISSING

Künstleraustauschprogramm Dresden−Rotterdam 2022

Lavinia Xausa / Rotterdam Moritz Liebig / Dresden 

Eröffnung der Ausstellung am Freitag den 8. September 2023 um 19 Uhr

Grußworte: Dr. David Klein / Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden
Dr. Martin Bach / Goethe Institut Niederlande

Dauer: bis 12.10.2023

Statement 
Gezeigt werden die Arbeitsergebnisse des Künstleraustauschprogramms 2022 der Künstlerin Lavinia Xausa aus Rotterdam und Moritz Liebig aus Dresden. Es gibt einen schmerzhaften Faden, der die Städte Rotterdam und Dresden, die einen Bombenangriff erlebt haben, miteinander verbindet.  Die Art und Weise, wie diese Städte wieder aufgebaut wurden und wie sie ihre eigene Geschichte erzählen, ist bemerkenswert einzigartig.

Aus der Perspektive von Außenstehenden haben Lavinia Xausa aus Rotterdam und Moritz Liebig aus Dresden die Stadt des jeweils anderen auf der Suche nach Zeichen, Denkmälern und Architekturen durchforstet, auf der Suche nach den Geschichten, die stillschweigend den urbanen Boden besetzen. Wofür stehen diese Denkmäler, und wie wirken sie auf uns heute? Was sind die fehlenden Erzählungen, die uns die Stadt nicht erzählt? Waren die Ausgangsfragen Gegenstand ihrer Forschung? Durch partizipative Forschung, Fiktion und urbane Interventionen haben die Künstler auf die Denkmäler reagiert, indem sie deren Bedeutung im Lichte neuer Erzählungen, die als neue Akte des Widerstands gegen die Repräsentation von Macht entstehen.

Statement
There is a painful thread that binds Rotterdam and Dresden together as cities survived a bombing. How these cities have decided to rebuilt themselves and how they narrate their own story, is remarkably unique.  

From outsiders perspectives Xausa, from Rotterdam, and Liebig, from Dresden, have navigated each others cities sifting any sign, monument, or architecture, in search of those stories that silently occupy the urban soil. What do these monuments represent, and how do they affect us nowadays? What are those missing narratives that the city won’t tell us? have been the starting questions on their research. Through participated research, fiction, and urban interventions, they have reacted to the monuments, shifting, twisting, and reducing their meaning in the light of new narratives that emerge as new acts of resistance against the representation of power. 
Moritz Liebig / Dresden

Während der Ausstellung wird Moritz Liebig eine Dokumentation der realisierten Intervention und eine Installation präsentieren.

Moritz Liebig (geboren 1982 in Ostberlin) lebt und arbeitet in Dresden. Er studierte Bildhauerei und andere bildnerische Medien an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Nach dem Diplom 2010 absolvierte er ein Graduiertenstudium bei Martin Honert und Susanne Ring. Seine Arbeiten wurden schon an zahlreichen Orten in Deutschland und Europa präsentiert. 2017 erwarb die Staatliche Kunstsammlung Dresden eines seiner Werke. Liebigs Werke wurden mehrfach ausgezeichnet (Office Experts Kunst Award Lüdenscheid 2011, MPI_CBG_artAward 2012, dritter Preis der Ausstellung Emergency Break auf der Albrechtsburg in Meißen 2021). Zahlreiche Nominierungen, Stipendien und Projektbeteiligungen.
Moritz Liebig

During the exhibition, Moritz Liebig will present a documentation of the realised intervention and an installation.

 

Lavinia Xausa / Rotterdam

During the exhibition Lavinia will present her short film AMANDA and a series of prints. 

Bio: 
Lavinia Xausa (Bassano del Grappa, 1992) studied between Bologna and Berlin and earned her bachelor’s degree with honors in Visual Culture and Media Studies in 2015. In 2017 she accomplished her master’s degree in photography at AKV St. Joost in Breda. She works and lives in Rotterdam. The centre of her artistic practice consists in applying semiotics and sacred art research to an ongoing, participatory film practice, by involving groups of people in reflecting on their identity and representation in history.
Among other interdisciplinary works, her favourite ones are: her first short Roundabout Love, Roundabout Tehran, about secret love and sexual life of Persian youth in Iran, which premiered at Organ Vida (Zagreb, 2017), and it was screened at the Open Doek Festival (2018, Rotterdam); her work Further Than Hip Hop, about identity and spirituality of youngsters with a diaspora background, which was presented as Solo exhibitions at TENT (Rotterdam, 2020), at the Noorderlicht International Photography Festival, (Groningen, 2020), and it was part of History Matter’s film program during Ketikoti at Lantaren Venster (Rotterdam, 2022); and her last musical documentary about diversity in the Feyenoord Club, So Loud The Sky Can Hear Us, which premiered at IFFR (Rotterdam, 2022) and traveled for several festivals in the Netherlands and around Europe, NFF (Utrecht, 2022) included. 

Abbildung: Piet Heynmonument (1870), Joseph Graven Raising Flag, Intervention (2022), Moritz Liebig

Förderung: Landeshauptstadt Dresden

Logo Landeshauptstadt Dresden

Kooperationspartner:

09.Juni >>21.Juli 2023

REIBEFLÄCHEN

Karla Sachse

Frottagen

Eröffnung am Freitag den 09. Juni 2023 um 19 Uhr

Alle kennen das: ein Stückchen Papier auf eine Münze gelegt, mit dem Bleistift darüber gerieben und schon hat sich der Wert verdoppelt.
Die Künstlerin Karla Sachse hat auf die gleiche Weise Gesichter auf Eiszeitsteinen in der Uckermark gefunden und dann in der ganzen Welt gesucht.
Die geduldig reibenden Hände brachten dabei immer noch etwas anderes zum Vorschein als die Augen sahen.
So ging sie auch daran, mit ihren Graphitblöcken die Geister aus den Wänden einer alten Heringsfabrik in Island und einem ehemaligen Kohlekraftwerk in Dänemark zu reiben. Sie fand Spuren langjähriger Arbeit an west- und ostdeutschen Druckmaschinen, die in einer indischen Fabrik einträchtig nebeneinander stehen. An jüdischen Grabsteinen las sie die Namen wie Lieder …

Dauer der Ausstellung: bis 21. Juli 2023

Foto: @Karla Sachse

22.April >> 26. Mai 2023

AKTIONSRÄUME

Eröffnung am Freitag, 21.04.2023 um 19 UHR

TINY DESK LECTURE #1

Tobias Tetzner
für Galerie Barthel+Tetzner (galerie oben)
Alfred Gulden für Aktionsraum 1

Der Aktionsraum 1 (München, 1969–70) und die galerie oben (Karl-Marx-Stadt/Chemnitz, 1979–2005) bildeten Schmelztiegel für oppositionelle Kritik und Aktionskunst in Ost und West. Der Aktionsraum 1 versammelte ein Jahr lang Künstler*innen der Arte Povera, der Fluxus-Bewegung und des Wiener Aktionismus, die in einer Fabrikhalle radikale, partizipative und kommunikative Experimente veranstalteten. Die galerie oben etablierte seit 1979 unter der künstlerischen Leitung von Gunar Barthel sogenannte „Mittwochsveranstaltungen“: Jede Woche um 19.30 Uhr organisierten Künstler*innen Aktionen, Lesungen, Konzerte und Vorträge – darunter Lutz Dammbeck, Carlfriedrich Claus und die Gruppe CLARA MOSCH. Beide Orte wurden zu Anlaufpunkten für non-konforme Kunstschaffende, die neue Gesellschaftsvisionen propagierten.

Anlässlich des 35. Filmfestes Dresden präsentieren wir in Kooperation mit dem Archiv der Avantgarden-Egidio Marzona, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und der Galerie Barthel + Tetzner die Ausstellung AKTIONSRÄUME.
Die Ausstellung zeigt Filme und Werke der legendären Münchner Kunstinstitution Aktionsraum 1 aus den Beständen des Archivs der Avantgarden sowie originalgrafische Künstlerplakate und Fotografien der in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz ansässigen galerie oben (1973–2005) aus der Sammlung der Galerie Barthel + Tetzner (Berlin) im Dialog.

TINY DESK LECTURES
Mit der Ausstellung wird auch die Veranstaltungsreihe „Tiny Desk Lectures“ – ein diskursives Format, in dem Wissenschaftler*innen, Zeitzeug*innen und Kunstschaffende über ihre Arbeiten mit Bezug zu den Sammlungen berichten. Im Dialog mit Akteur*innen um die galerie oben und des Aktionsraum 1 sollen die Geschichten der beiden Orte noch einmal genauer beleuchtet werden. Das Format soll in Zukunft begleitend zu den Ausstellungen des AdA fortgesetzt werden.

TINY DESK LECTURE #1
21.04.2023 um 19 Uhr, Kunsthaus Raskolnikow
Tobias Tetzner für Galerie Barthel+Tetzner
(galerie oben) Alfred Gulden für Aktionsraum 1

Im Tiny Desk Lectures#1 begrüßen wir Zeitzeug*innen, um über das Verhältnis von Film, Performance und Aktionskunst zu sprechen. Zur Eröffnung sprechen Tobias Tetzner für die Galerie Barthel +Tetzner und Alfred Gulden, Filmemacher und Mitbegründer des Aktionsraum 1.
Im Gespräch mit Prof. Christa Blümlinger wird es um die Geschichte des Zentrums für Aktionskunst und Performance in München und seine Bedeutung heute gehen.

TINY DESK LECTURE #2

04.05.2023 um 19 Uhr, Kunsthaus Raskolnikow
IN MEMORIAM BIRGIT HEIN

In Gedenken an die kürzlich verstorbene Künstlerin und Filmemacherin Birgit Hein zeigen wir ihr Werk „Rohfilm“ (1968) in der Galerie Raskolnikow. Birgit und Wilhelm Hein waren mit verschiedenen Akteur*innen des Aktionsraum 1 verbunden. Sie gelten als Pionier*innen des Experimentalfims, ihr Nachlass befindet sich im Bestand des Archivs der Avantgarden.
Die Medien- und Performancehistorikerin Megan Hoetger, die sich mit dem Schaffen von Birgit Hein intensiv beschäftigt hat und sie auch noch persönlich kennenlernen durfte, wird einen einführenden Vortrag geben.

TINY DESK LECTURE #3
12.05.2023 um 19 Uhr
, Kunsthaus Raskolnikow
Gunar Barthel-galerie oben / Galerie Barthel+Tetzner

Im Tiny Desk Lectures#3 begrüßen wir Zeitzeug*innen, um über das Verhältnis von Film, Performance und Aktionskunst zu sprechen. Zur dritten Veranstaltung begrüßen wir Gunar Barthel, ehemals künstlerischer Leiter der galerie oben (1979–1987, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz). Wir sprechen über die Bedeutung der galerie oben für die Entwicklung der Aktionskunst und der Performance in der DDR und die Rolle von Barthel selbst für diese Kunstformen.

Faltblatt mit Text Aktionsräume
Flyer zur Ausstellung Aktionsräume
Bild mit der Aufschrift: Aktionsraum 1
Peter Nemetschek: Plakat zur Aktion 'Abreaktionsspiel' von Hermann Nitsch, 1970. Papier, grün bedruckt, aufgeklebter s/w-Offsetdruck, © Peter Nemetschek
Bild zeigt Enblick in die Galerie oben
Dieter Netzker/Christine Stephan Brosch (ungeklärt): Poster zur Bewerbung des Archiv der Avantgarden, 1979, Papier, © Archiv Renate Barthel/Galerie Barthel+Tetzner, Berlin (Foto: Nora Barthel)

In Kooperation von:

Logos SKD Galerie Raskolnikow, Filmfest Dresden

Mit freundlicher Unterstützung von:

Logo Beauftragter der SED-Diktatur und Stadt DD

Ich sehe den Menschen, ich höre ihn nicht.

Volkmar Jaeger

Fotografie

Ausstellungseröffnung am Freitag, den 3. Februar 2023, 19.30 Uhr.

Volkmar Jaeger (* 02.02.1928 in Leipzig, † 09.02.2019 in Leipzig) ging bei der Dresdner Fotografin Ilse Oehmichen in die Fotografen-Lehre und legte 1952 seine Meisterprüfung bei Franz Fiedler in Dresden ab, bevor er sich 1953 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in die Fotoklasse einschrieb. Dort gehörte er fest zur Leipziger „gruppe“ um Arno Fischer, Ursula Arnold, Rosemarie Eichhorn, Evelyn Richter und Jürgen Vorberg sowie kurzzeitig zur Gruppe „action fotografie“ und wird somit zur sog. Leipziger Schule der frühen DDR-Fotografie gezählt.

Selbst durch eine Krankheit im zweiten Lebensjahr mit völliger Taubheit geschlagen, ist Volkmar Jaeger sehr eng mit der Entwicklung der Gehörlosen-Kultur in der DDR und später auch in der gesamten Bundesrepublik verbunden. Sein engagiertes Kämpfen um die gesellschaftliche Anerkennung dieser Behinderung prägte sein Lebenswerk – eben auch seine Fotografie, von der er bis kurz vor seinem Tod zur Freude aller nicht lassen konnte. Bereits früh, 1957, gründete Volkmar Jaeger den ersten, und noch immer bestehenden Foto- und Filmclub für Gehörlose in Leipzig, den Deaf Medien Vereins „1957“ e.V. Lange Jahre wirkte Volkmar Jaeger noch als Ehrenvorsitzender im Stadtverband der Hörgeschädigten Leipzig e.V.

Seine beeindruckenden Zeitzeugnisse vom Nachkriegsdeutschland bestechen vor allem durch sein unerbittliches Festhalten der Situation, im Allgemeinen aber durch seinem Bezug auf das einzelne Individuum.  Volkmar Jaeger bereiste zwischen 1953 und 1961 mehrfach deutsche Städte und Regionen, wie z.B. Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet oder den Harz. Eine Reise nach Bulgarien 1960 dokumentierte er auf die ihm so unverwechselbare Weise des Eintauchens in die Szenerie. 

Volkmar Jaeger verstand sich bei seiner „Suche nach dem Menschen“ als Chronist und spürte die verborgenen Momente auf, weil er „um die Ecke fotografierte“, wie er selbst von sich sagte. Es ist daher ein großer Zugewinn, wenn diese weitere Fassette der frühen DDR-Fotografie mit dem Versuch, durch sozialen Realismus geprägtes Fotografieverständnis, den deutschen Alltag nach dem zweiten Weltkrieg einzufangen – wie es die Arbeiten von Volkmar Jaeger eindringlich verdeutlichen –bekannt wird. Somit wird gleichsam eine Lücke in der Geschichte der DDR-Fotografie geschlossen und die Gesellschaftsrelevanz der kulturellen Belange von Fotografie verdeutlicht. 

Alexander Atanassow / Kurator

Dauer: bis 6. April 2023

Foto: Volkmar Jaeger, Nachtgespräche, West-Berlin 1956 © Kunstblatt-Verlag Dresden

18.November >> 20. Januar 2023

GEWEBE

Šimon Brejcha / Prag

Druckgrafik

Ausstellungseröffnung am Freitag den 18. November 2022 um 20 Uhr

Einführung: Veronika Krülle Kotoučová /
Euroregion Elbe/Labe

GEWEBE
Gewebe verbinden Šimon Brejcha mit dem globalen Denken über die Strukturen der Natur, ihr Verschwinden und über das Leben.
Šimon Brejcha ist ein international anerkannter tschechischer Grafiker, der die Möglichkeiten des großformatigen Druckes, des Abdruckes vorgefundener Naturrelikte, wie die Flügel, Häute, Stängel, entwickelt, und gleichzeitig in sein Werk sensibel die aktuelle Auffassung der menschlichen Wahrnehmung der Naturprozesse integriert.
Unbewusst sucht Šimon Brejcha nach archetypischen Spuren und konstruiert diese dann neu und bewusst spielerisch. Er formt die Aufzeichnungen, die von der Natur bewahrt und geweiht wurden, die Fragmente ihrer Präsenz in der städtischen Sphäre und im Menschen selbst. Die Spuren, die auf den ersten Blick ein Chaos, sogar einen möglichen Zerfall, bedeuten, gleichzeitig in ihnen aber der Kosmos, die ewige Ordnung des Universums, präsent ist.

Auf dem Gebiet der tschechischen Kunst hat die Strukturgrafik eine lange Tradition. Bereits in den 1950er Jahren begannen Künstler mit dem Druck von einer einzigartig geformten Matrize. Zum Beispiel Vladimír Boudník, der an das industrielle Umfeld gebunden war, formte die Druckplatten durch das Löten und das Schweißen der Überreste der industriellen Produktion. Der Abdruck einer solchen Matrize brachte anschließend ganz neue Materialienspuren ins Bild. Vladimír Boudník wurde ebenso wie Šimon Brejcha zu einem Grafiker mit Leib und Seele, da er den Abdruck der konstruierten Spuren – der Matrize — brauchte.

Im Gegensatz zu Vladimír Boudník, bezieht sich Šimon Brejcha derzeit jedoch nicht auf die Umgebung des mechanischen Maschinenbetriebs der städtischen Zivilisation. Šimon Brejcha sucht und gestaltet die Spuren der natürlichen Elemente, Oberflächen und Texturen, weicher und zerbrechlicher oder unsichtbarer Organismen um. Diese sind für ihn die Träger von neuen Geschichten. Die abgedruckte neue Realität ist ein Lukopren-Abguss eines Insekts, einer vorgefundenen abgestreiften Schlangenhaut.
Die Suche nach den Grenzen des Druckes brachte Šimon Brejcha zur Erfindung neuer technologischer Verfahren. Ihn interessiert die Multiplikation und die Schichtung eines Themas auf großen Formaten, was ihm den Rhythmus und die Tiefe des Bildes sowie die Transformation der Bedeutung der gedruckten Elemente ermöglicht zu untersuchen. Wie er selber sagt: „ Einen Dorn zu drucken hat eine ganz andere Bedeutung, als wenn ich ein ganzes Dornenfeld schaffe.“ Das Banale und Übersehbare kann sich in ein Zeichen umwandeln, das nicht nur eine Assoziationskette in dem Betrachter hervorrufen kann, sondern auch eine ziemlich prägnante Aussage über ein Ereignis oder den Stand der Dinge bringen kann.

Šimon Brejcha hat die Fähigkeit seinen gebauten Drucken ein monumentale Form einzuprägen. Einzigartig ist in seinem Werk die Kombination von großformatiger Grafik mit einem leichten Ausdruck. Dazu sind nur einige wenige Künstler der zeitgenössischen tschechischen Grafikszene fähig.
Gewebe sind Raster – Netze und Gitter der neuen, ursprünglich lebendigen Strukturen. Das, was sein Leben verloren hat, hat ein neues Leben gewonnen. Ein Leben voller Ordnung, in einem geometrischen Wiederholungsprinzip, der von dem Mensch geschaffen wurde. Gewebe ist eine Ausstellung der Arbeiten von Šimon Brejcha vor allem aus den letzten zwei Jahren.

Ausstellungskuratorin ist Eva Bendová, die gemeinsam mit dem Autor seine Grafikausstellungen in der Galerie Václav Špála in Prag im Jahr 2019 und in der Galerie Hollar im Jahr 2020 vorbereitete. Sie beteiligte sich auch an der Monographie des Künstlers.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Euroregion Elbe/Labe

Im Anschluss an die Eröffnung
OPEN AIR Licht-Sound Collage „Hillumination“
ab 20.30 Uhr

Licht von Andrea Hilger & Konzert von Hartmut Dorschner 

an der Hausfassade Ecke Böhmische Str./ Salinger Weg
OPEN AIR im Rahmen“ bleibt neugierig. Kulturstadt Dresden 2022

Ausstellung: bis 20.Januar 2023

Schlangenhaut; Šimon Brejcha
Licht-Sound Collage "Hillumination" Andrea Hilger & Hartmut Dorschner

 

 

24. September >> 05. November 2022

NORDOST SÜDWEST

Pop Up Kino/Videoinstallation

Antje Seeger/Tony Oursler

Eröffnung am 24.September ab 17 Uhr mit DCA RUNDGANG

NORDOST SÜDWEST
ist ein transnationales Projekt zeitgenössischer Kunst, initiiert vom Kunsthaus Dresden, in Zusammenarbeit mit HELLERAU „Europäisches Zentrum der Künste“. Neben Werken regionaler und internationaler Künstler*innen, die in der robotron-Kantine und im öffentlichen Raum zu sehen sein werden, zeigt die Galerie Raskolnikow als einer von vier ausgewählten Projekträumen der freien Kunstszene Dresden ein Werk der Schenkung Sammlung Hoffmann, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Antje Seeger / Dresden DER LANGE HARALD, 2022,
Pop-Up-Kino
Start: 24.09.2022 um 17: Uhr Böhmische Str. 34 / Ecke Julie-Salinger-Weg, 01099 Dresden
Stadt Tour: 25.09.22 – 30.09.22

In einem mobilen Pop-Up-Kino und im Rahmen einer sieben-tägigen Tour vom Nordosten in den Südwesten Dresdens zeigt Seeger ihren Film DER LANGE HARALD. Damit beleuchtet sie das Leben eines Bürgermeisters und die Entstehung eines Funkmasts zu Beginn der 1990er Jahre. Es geht um Einflüsse unterschiedlicher Ideologien auf politisches Handeln, um Verdrängung und Desinformation im Spannungsfeld historischer Geschehnisse sowie um individuelle Erlebnisse und persönliche Erinnerungen zwischen Ost und West.
Die Dresdner Künstlerin Antje Seeger (*1982) arbeitet forschungsbasiert, dokumentarisch und in den Medien Video, Installation und Text. Im Zentrum ihres Interesses stehen die Wechselwirkungen zwischen der materiellen und der mentalen Welt; die Ambivalenz und Übereinstimmung gesellschaftlicher Wertvorstellungen und alltäglicher Handlungskonventionen sowie Praktiken der Bilderzeugung und des Bildgebrauchs.


Tony Oursler / USA LUFTMETALL, 2002

Werk aus der Schenkung Sammlung Hoffmann der SKD

Tony Ourslers Videoinstallation LUFTMETALL – welche in der Galerie Raskolnikow als Pendant zu Seegers Pop-Up-Kino gezeigt wird – thematisiert den Übergang von analoger zu digitaler Kommunikationstechnik und damit den Austausch von Signalen sowie die Kodierung und Dekodierung von Informationen. Sowohl Ourslers LUFTMETALL aus auch Seegers DER LANGE HARALD nutzen Objekte der Kommunikationstechnik als Metapher für menschliches Handeln.
Tony Oursler, 1957 in New York geboren, lebt und arbeitet in New York. In seinen Arbeiten erforscht er mögliche digitale Präsentationen sämtlicher Facetten von Menschlichkeit. In seinen multimedialen Skulpturen vereint er eine Vielzahl von Anwendungsformen von Technologie, wie digitale Animationen, Videoprojektionen sowie Fotografie zu raumfüllenden Installationen, deren Fokus auf Theatralität und plastischen Illusionismus liegt.

Dauer: bis 05.11.2022

Tourdaten Pop-Up-Kino

Tag 1 (24.9.2022): Eröffnung
17.00 DD-Neustadt, Galerie Raskolnikow,
Böhmische Straße 34

Tag 2 (So, 25.9.2022):
17:00 DD-Gorbitz, Merianplatz

Tag 3 (Mo, 26.9.2022):
17:00 DD-Bühlau, Ullersdorfer Platz 1b
(vor Konsum-Mark)

Tag 4 (Di, 27.9.2022):
17:00 DD-Pieschen, Riesaer Straße 5
(vor Rossmann-Mark)

Tag 5 (Mi, 28.9.2022):
17:00 DD-Prohlis, Prohlis-Center

Tag 6 (Do, 29.9.2022):
17:00 DD-Striesen, Borsbergstraße, Ecke Krenkelstraße

Tag 7 (Fr, 30.9.2022):
17.00 DD-Johannstadt, Böhnischplatz

Tag 8 (Sa, 1.10.2022):
17.00 DD-Zentrum, Prager Straße, Freitreppe bei SaXonia Apotheke

Tag 9 (Fr, 14.10.2022):
17.00 DD-Neustadt, Galerie Raskolnikow,
Böhmische Straße 34
18.00 Künstlerinnengespräch mit Antje Seeger und
Maxi Wöllner, Galerie Raskolnikow, Böhmische Straße 34

Tag 10 (15.10.2022):
DD-Zentrum, robotron-Kantine, Zinzendorfstraße 5

Tag 11 (16.10.22):
DD-Zentrum, robotron-Kantine, Zinzendorfstraße 5

 

„Langer Harald“ von Antje Seeger
„Luftmetall“ von Tony Ousler

27. Mai >> 22. Juli 2022

PERSONA

Fotografie /Malerei / Skulptur

Neue Arbeiten zum Thema „ Porträt“ von Jürgen Schmidt, Ruth Unger und Lucas Oertel

Eröffnung am Freitag den 27. Mai um 19 Uhr

Einführung Dr. Alexander Wiehart

Finissage und Vortrag am Freitag den 22.Juli 2022 um 18.30 Uhr

Persona vs. Person. Gelingen in Zwist mit sich selbst
Philosophischer Vortrag von Dr. Alexander Wiehart
Wer will es nicht: eins mit sich sein? Doch die soziale Persona scheint sich hartnäckig zu sträuben, das tief empfundene Innerste der eigenen Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Warum ist das so? Erweist sich, philosophisch betrachtet, diese oft schmerzlich verwirrende Spannung nicht vielleicht als produktiv?

Dauer der Ausstellung: bis 22. Juli 2022

Überlagerung – Jürgen Schmidt

Förderer der Ausstellung

06. April >> 20. Mai 2022

Wo kommen wir her – wo gehen wir hin

Caroline Monnet

Video Installation

Eröffnung am Mittwoch den 06.04. 2020 19.00 Uhr

Grußwort: Frau Elisa Valentin,
Generaldelegierte von Québec für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Vertretung der Regierung von Québec (München/Berlin)

Caroline Monnet ist eine franko-kanadische Regisseurin und Bildhauerin. Sie gehört der First Nation der Algonkin an und vertrat ihr Land auf der Berlinale und bei den Festspielen in Cannes.
Caroline Monnet, die auch den diesjährigen FOKUS QUÉBEC kuratiert, ist nicht nur eine außergewöhnlich erfolgreiche Filmemacherin, sie ist auch eine der derzeit angesagtesten Künstler:innen Kanadas. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind, neben der eigenen Identität im Spannungsfeld indigener und europäischer Wurzeln, die (post-) kolonialen Dynamiken zwischen Nordamerika und Europa sowie die Repräsentation von First Nation- Gemeinschaften und das Überleben ihrer Kulturen in der heutigen Gesellschaft. Gezeigt wird eine Auswahl aktueller Videoinstallationen. Caroline Monnet wird für die Ausstellung und das Filmfestival nach Dresden kommen.

Dauer der Ausstellung: bis 20. Mai 2022

Präsentiert vom Kunsthaus Raskolnikow / Galerie e.V. in Kooperation mit dem 34. FILMFEST DRESDEN und mit freundlicher Unterstützung der Vertretung der Regierung von Québec in Berlin.

„FOKUS QUÉBEC“ Im Rahmen des 34. FILMFEST DRESDEN:
am 6. April 2022, 20.00 Uhr / Thalia
am 8. April 2022, 21.45 Uhr / Schauburg

Karte:

Förderer der Ausstellung

12. Februar >> 23. April 2022

„From Above“
Überlebende der Bombenkriege
des 2. Weltkrieges

Ausstellung mit Fotografien von Paule Saviano /USA

Ort der Ausstellung: Vitrine 4, Gewandhausstraße, 01067 Dresden
Zeit: vom 12.02. bis 23.04.2022

aller 14-Tage; Wechsel der Fotografien
12.02., 26.02., 12.03., 26.03., 09.04. , 23.04.,
Beginn jeweils 11 Uhr

Veranstalter der Ausstellung:
Kunsthaus Raskolnikow e. V. Galerie, Böhmische Str. 34, 01099 Dresden
www.galerie-raskolnikow.de, galerie@raskolnikow.de
Iduna Böhning-Riedel

Kooperation:
Forum für Zeitgenössische Fotografie Dresden e.V.
Günter Starke, starkefotos@gmx.net, Jürgen Schmidt, jhschmidt@web.de

Seit 2008 sucht der New Yorker Fotograf Paule Saviano Menschen, die die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs überlebt haben. In diesem Projekt, dem er den Titel „From Above“ gab, sind mittlerweile Porträts u.a. aus Coventry, Tokio, Wielun, Rotterdam sowie aus Hiroshima und Nagasaki entstanden.
Im Februar 2010 begann Saviano Kontakt zu Überlebenden der Brandbombenangriffe auf Dresden zu suchen. Sein Brief erreichte die Zeitzeugin Nora Lang, die zu diesem Zeitpunkt mit zahlreichen Überlebenden der alliierten Luftangriffe auf Dresden in Verbindung stand.

Im Mai 2010 besuchte er dann unsere Stadt. Bei dieser Reise hat Saviano zunächst 11 Porträts dieser Menschen aufnehmen können und ihre Erinnerungen aufgezeichnet. Bereits im Februar 2011 kehrte er nach Dresden zurück, um diese Fotos in einer kleinen Veranstaltung mit den Überlebenden zu präsentieren und fotografierte weitere 9 Zeitzeugen aus Dresden und 2 aus Wielun (Polen). Seitdem besuchte er unsere Stadt immer wieder, weitere Porträts kamen hinzu.

Die Porträtfotografie des New Yorkers konzentriert sich auf Menschen, deren Leben durch ein Ereignis oder einen Umstand geprägt wurden. Wie sie ihr Leben danach gelebt haben, ist sein primäres Interesse. Denn die Geschichte des Krieges wird oft mit Statistiken und Fotos der Zerstörungen präsentiert – für Paule Saviano fehlt dabei der menschliche Aspekt. Er möchte denen, die unter den Trümmern lagen und von den Feuerstürmen verfolgt wurden, ein Gesicht geben. Die emotionalen Narben des Krieges verschwinden nicht – auch wenn der Krieg zu Ende ist. Sie sind dauerhaft.
Mit Nora Lang steht Saviano bis heute in Verbindung.

Die Schauvitrinen in der Gewandhausstraße sind aus den 1950er Jahren und wurden als Ort der Ausstellung gewählt, um die Fotografien in das Zentrum der damaligen Zerstörungen zu stellen.

Gefördert durch: LH Dresden, Stadtbezirksamt Altstadt

Vita:
Paule Saviano wurde am 15. Juni 1974 in Brooklyn, NY, geboren. Er studierte Visuelle Medien und Politikwissenschaft an der American University (1992-1996) in Washington, DC.
Seitdem wurde er in Magazinen rund um den Globus veröffentlicht und nahm verschiedenste Fotoaufträge an, von Mode bis Landschaft, bis er sich fest in der Porträtfotografie etablierte. Paule Saviano hatte Einzelausstellungen in bedeutenden Galerien in Tokio, New York, Helsinki, Shanghai, London, Nagasaki und Italien.

Im Jahr 2011 wurde „From Above“ als Fotobuch in drei Sprachen veröffentlicht: Englisch, Japanisch und Deutsch. Das Buch war international ausverkauft und erregte in Nordamerika, Japan, Europa und Australien Medienaufmerksamkeit. Das Projekt wurde weltweit in zahlreichen TV-, Zeitungs- und Radioberichten vorgestellt.
Das Projekt ist außerdem dauerhaft in der Nagasaki Peace Memorial Hall for Atomic Bomb Victims im Nagasaki Atomic Bomb Museum ausgestellt. Darüber hinaus wurde die Serie in zahlreichen internationalen Museen und Ausstellungsräumen, unter anderem bei den Vereinten Nationen in New York und im Kunstmuseum der Präfektur Nagasaki gezeigt.
Text: Jürgen Schmidt

Karte mit Porträts von Überlebenden

Foto: ©Paule Saviano

Förderer der Ausstellung

Logo Amt für Kultur und Denkmalschutz

Unterstützt durch: Stadtbezirksamt Altstadt

Kunsthaus Raskolnikow – Eine Chronik. 25+5

Diese Chronik vermittelt an ausgewählten Beispielen die Entwicklung des Kunstvereins „Kunsthaus Raskolnikow“ in Dresden seit der Gründung bis heute.

Ein Abriss der letzten 25+5 Jahre zeigt die Vielfalt und Reichweite der Einzelprojekte in Form von Ausstellungen, Installationen, Medienaufführungen und projektgebundener Veranstaltungen.

 

Herausgeber: Kunsthaus Raskolnikow e.V. 
Erschienen bei: KUNSTBLATT-Verlag Dresden

Seiten: 200 Seiten mit 302 meist farbigen Abbildungen
Format: 27 x 25 cm, Festeinband, Fadenheftung 

ISBN 978-3-938706-44-2
Buchpreis: 23,95 € (D) | 24,70 € (A) | 42,20 sFr (CH) 
Erscheinungstermin: 1. Februar 2022
Bestellungen über den Verein möglich 

Eröffnung am 8.10.2021 um 19:30

die Chronik der Galerie Kunsthaus Raskolnikow

Titelfoto: Kunsthaus Raskolnikow, Foto © Günter Starke

24. Februar >> 25. März 2022

WAT ONS BETREFT – WAS UNS BETRIFFT

Ausstellung anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Künstleraustauschprogramms zwischen den Partnerstädten Rotterdam und Dresden

Mit Werken von:
Oana Clitan (NL), Susanne Keichel (DE),
Andreas Kempe (DE), Patricia Westerholz (DE)

Im Jahr 2021 feierte das Künstleraustauschprogramm zwischen den Partnerstädten Rotterdam und Dresden sein 10-jähriges Bestehen. Seit 2011 besuchten zehn Dresdner Künstler*innen die niederländische Partnerstadt Rotterdam und zehn Rotterdamer Künstler*innen kamen nach Dresden, um in der jeweils anderen Stadt für zwei Monate zu arbeiten und zu leben. Viele verschiedene künstlerische Arbeiten sind dabei entstanden. So verschieden wie Menschen und Künstler*innen nur sein können, so verschieden waren und sind auch die verhandelten Themen, Formate und Medien.

Mit WAT ONS BETREFT – WAS UNS BETRIFFT soll nun dieses 10-jährige Jubiläum gebührend gefeiert werden. In einer Doppelausstellung werden ab Ende Februar ausgewählte Arbeiten von zehn Künstler*innen aus dem Programm gezeigt. Die Galerie Raskolnikow präsentiert Arbeiten zu Themen wie Natur, Restnatur und Garten. Der zweite Teil der Gruppenausstellung, welcher am 25. Februar 2022 in der Galerie Ursula Walter eröffnet wird, beschäftigt sich mit dem Themenkomplex Muster, Ornament und Wiederholung.

Das Ausstellungsprojekt WAT ONS BETREFT – WAS UNS BETRIFFT wird gefördert durch das Goethe-Institut Niederlande dem CBK Centrum Beeldende Kunst Rotterdam sowie dem Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden.

Eröffnung im Kunsthaus Raskolnikow: 24.2.2022, 19.00 Uhr

Flyer zur Ausstellung; Antje Seeger und Henning Rosenbrock

8. Oktober >> 11. Dezember 2021

Lost

Matthias Kistmacher
Ruben Müller

Malerei, Zeichnungen

„In meinen Bildern finden Szenen statt, die wie eine minimale Verschiebung der Realität wirken. Die Welt und ihre Protagonisten treten ins irreale.“

Ruben Müller

 

„…Der urbane Raum stellt eher eine künstlich geschaffene Welt dar, die ebenfalls viele bearbeitungswürdige Phänomene mit sich bringt. In der Malerei inspiriert mich immer ein souveräner Umgang mit dem Medium.“

Matthias Kistmacher

Eröffnung am 8.10.2021 um 19:30

Ausstellung „Lost“, Matthias Kistmacher, Ruben Müller

non konform

Klaus Hähner-Springmühl
Erich Wolfgang Hartzsch

Fotoübermalungen, Collagen, Fotografie, experimentelle Filme

Non konforme Kunst
In den 1970er Jahren entwickelte sich, abseits der Kunstzentren Berlin, Dresden, Leipzig mit Ihren Kunsthochschulen, in Karl-Marx-Stadt eine unabhängige nonkonforme Künstlerszene. Es entstand eine der wichtigsten Künstlergruppen der DDR, die CLARA MOSCH. In dieser Zeit wurde Gunar Barthel Leiter der Galerie Oben und machte sie zum Zentrum der nonkonformen Kunst in der DDR. Nach der Ausbürgerung von Gunar Barthel 1987, leitete Tobias Tetzner die Galerie Oben in der Transformationszeit 1989–2005. Gunar Barthel gründete 1989 in Westberlin seine eigene Galerie und heißt seit dem Jahr 2000 Galerie Barthel + Tetzner GmbH. Dort befindet sich das Archiv- und Dokumentationszentrum zur nonkonformen Kunst in der DDR.

Exklusiv für die Galerie Raskolnikow in der Dresdner Neustadt, welche von der Boheme der dortigen Kunstszene gegründet wurde, bereiten wir eine Ausstellung vor, die diese einzigartige Entwicklung der Kunstszene in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz beleuchtet. In dieser Ausstellung sollen Arbeiten von zwei Künstler gezeigt werden, die eine singuläre Position vertreten und mit radikalen Interventionen einen großen Einfluss auf die jüngere Generation von Künstlern weit über die Grenzen der Stadt hinaus hatten. Von Klaus Hähner-Springmühl und Erich Wolfgang Hartzsch werden wir Werke aus der DDR-Zeit und der Transformationszeit bis ca. 1996 zeigen, darunter u.a. Fotoübermalungen, Collagen, Fotografie, Zeichnungen, Videoaufzeichnungen, experimentelle Filme, dokumentarisches Material der zum Teil gemeinsam gezeigten Performances. Diese Ausstellung soll anschaulich machen, welche großartige Kreativität, innere Freiheit und Zügellosigkeit diese Künstlerexistenzen in einer Diktatur freisetzen kann und auch an einigen wenigen Orten, wie z.B. der Galerie Oben möglich war.

Gunar Barthel + Tobias Tetzner, März 2021

Ausstellungsprogramm

16.7.2021 / 20:30
VERNISSAGE

Kuratoren- Künstler Gespräch mit Erich Wolfgang Hartzsch, Gunar Barthel + Tobias Tetzner und dem Filmhistoriker Dr. Claus Löser

16.7.2021 / 21:30
FILM OPEN AIR AN DER HAUSFASSADE (im Rahmen des 33. FILMFEST DRESDEN)

Der 1989 entstandene Super-8-Film „Menschen dieser Stadt“ legt auch Zeugnis davon ab. Er ist gleichzeitig ein spätes DDR-Zeitbild und das Dokument einer überaus produktiven Arbeitskonstellation.

Zur Eröffnung werden weitere Schmalfilme von E. Wolfgang Hartzsch gezeigt. Diese gewähren Einblicke in seine schöpferischen Methoden und liefern Bezüge zu den in der Galerie ausgestellten Werken. Die Vorführung wird gerahmt von einem Gespräch zwischen dem Künstler/ Kuratoren und dem Filmhistoriker Dr. Claus Löser.

Non Konforme Kunst der DDR
Fleisch-Rosa, 1988 Fotografie, Tusche auf Karton, 53,0 x 43,0 cm Foto: Archiv Galerie Barthel + Tetzner GmbH

Partner der Ausstellung

Die Ausstellung wird präsentiert vom Kunsthaus Raskolnikow/Galerie e. V. im Rahmen des 33. FILMFEST Dresden und in Kooperation mit der Galerie Barthel + Tetzner Berlin und dem Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Logo Filmfest Dresden

Förderer der Ausstellung

Das Ausstellungsprojekt nun konform wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert. 

Unterstützung durch die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED Diktatur. Unterstützung durch den Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Logo Sächsischer Landtag
Logo SKD

Der Kunsthaus Raskolnikow e. V. wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.

Logo Amt für Kultur und Denkmalschutz

Ästhetik der Überwachung

Valentyn Odnoviun
Wolfram Kastl

Die Galerie Kunsthaus Raskolnikow und die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden präsentierten vom 20.4. bis 25.6.2021 die Ausstellung „Ästhetik der Überwachung: Artefakte der politischen Kontrolle im fotografischen Bild“ mit Fotografien von Valentyn Odnoviun und Wolfram Kastl.

Beide Künstler untersuchen in ihrer Arbeit mit den Mitteln der Fotografie die politische Unterdrückung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Zugleich bleiben sie in ihren kreativen Arbeitskonzepten souverän und innovativ. Die nebeneinander präsentierten Serien erzeugen wirkungsvolle Kontraste: Den dunklen, sphärischen und abstrahierten Bildern der Überwachungsapparate in den Gefängnissen (Odnoviun) stehen die hellen, sachlichen Aufnahmen einer Auswahl von Spionageinstrumenten aus dem DDR-Alltag (Kastl) gegenüber. Die Fotoserien zeigen keine explizite Gewalt. Es sind Spuren und Artefakte der Unterdrückung, anhand deren die Künstler ihre Analysen führen. Zwischen den Aufnahmen und der Verwendung der Spionagewerkzeuge liegt eine beträchtliche zeitliche Distanz. Odnoviun und Kastl fotografieren ihre Objekte in den Museen und Gedenkorten. Diese Distanz und die Loslösung vom ursprünglichen Kontext schaffen einen quasi laborähnlichen Rahmen, in dem die Fotografen präzise und zielgerichtet arbeiten. Nichts auf diesen Bildern scheint dem Zufall überlassen zu sein.

Zur Ausstellung erschien ein umfangreich bebilderter Katalog.

Ausstellungsprogramm

20.4.2021
AUSSTELLUNGSBEGINN
Kunsthaus Raskolnikow / Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

20.5.2021, 17:00
KURATOREN-FÜHRUNG 
Kunsthaus Raskolnikow / Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden (Teilnahme ist kostenlos und nach Anmeldung
möglich: galerie@raskolnikow.de)

10.6.2021, 17:00
KURATOREN-FÜHRUNG 
Kunsthaus Raskolnikow / Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden (Teilnahme ist kostenlos und nach Anmeldung
möglich: galerie@raskolnikow.de)

25.6.2021, 19:30
FINISSAGE 
Kunsthaus Raskolnikow (Finissagen mit Anwesenheit der Künstler)

26.6.2021, 11:00
FINISSAGE 
Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden (Finissagen mit Anwesenheit der Künstler)

Künstler

VALENTYN ODNOVIUN (Vilnius) / Fotoserie „Surveillance“ („Überwachung“) / (geb. 1987 in der Ukraine) ist Absolvent der Kunstakademie Vilnius, Fakultät für Fotografie und Medienkunst (MA) sowie Theorie und Geschichte der Künste (MA). Er studierte an den Kunstakademien in Polen und Deutschland. Derzeit schreibt er seine Doktorarbeit über Theorie und Geschichte der Künste am litauischen Kulturforschungsinstitut. Er wurde auf Festivals in der ganzen Welt ausgezeichnet, darunter in Neuseeland, den USA und vielen anderen Ländern Europas. Odnoviun lebt und arbeitet in Litauen.

WOLFRAM KASTL (Berlin) / Fotoserie „Staatssicherheit“ / (geb. 1983 in Karlsruhe) absolvierte Fotografie an der Fachhochschule München und an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (MA). Seinen Arbeitsschwerpunkt als Fotokünstler bilden soziopolitische Themen. Er arbeitet als Bildredakteur, zwischen 2015 und 2019 bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und seit 2019 bei Greenpeace e. V. Kastl lebt und arbeitet in Berlin.

Aesthetik der Ueberwachung Ausstellungsplakat
© Kunsthaus Raskolnikow

Partner der Ausstellung

Förderer der Ausstellung

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Kunst.off Plattenbau

WBS70 fünfzig Jahre danach
1970–2020

Die Galerie Kunsthaus Raskolnikow in Dresden präsentiert vom 30.10. bis 18.12.2020 die Ausstellung „WBS70 – fünfzig Jahre danach. Kunst.off Plattenbau“.

In der Ausstellung werden Arbeiten von internationalen Künstler*innen präsentiert, die sich mit dem Sujet des industriellen Wohnungsbaus der Ära vor 1990 beschäftigen. Das interdisziplinäre Konzept fördert den Dialog zwischen den Kunstschaffenden aus verschiedenen Ländern und schafft zugleich eine Art Forschungsplattform, auf der die Rezeption des Plattenbaus in der Kunst der ehemaligen Ostblockländer miteinander verglichen wird. Anlass für diese mit einem umfangreichen Rahmenprogramm gekoppelte Ausstellung ist das 50-jährige Jubiläum der meist nur WBS 70 genannten Wohnungsbauserie 70, die das Erscheinungsbild vieler ostdeutscher Wohngebiete und Orte prägt. Denn sie war der am weitesten verbreitete Plattenbautyp der DDR.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog und eine Begleitpublikation „WBS70 fünfzig Jahre danach“. Die öffentliche Präsentation der Publikation ist im Juni 2021 im Zentrum für Baukultur Sachsen geplant.

kunstoff.plattenbau.de > Webseite der Ausstellung

Förderprogramm > revolution.sachsen.de

Ausstellungsprogramm

30.10.2020, 19:00

ERÖFFNUNG HAUPTAUSSTELLUNG

Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Str. 34

 

31.10.2020, 16:00

ERÖFFNUNG INSTALLATION „WOHNMASCHINE 2.0“

von MARTIN MALESCHKA 

 

Plattenbau-Musterwohnung / Dresden-Gorbitz 

Hainbuchenstraße 10

(Führungen jeden Mittwoch um 16 Uhr)

 

31.10.2020, 19:00

VORTRAG, PROF. DR. STEFAN PARUCH (PL)

Vortragsthema: Rezeption des Plattenbaus

in der Gegenwartskunst in Polen“

Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Str. 34

 

13.11.2020, 10:00–17:00

TAGUNG UND BUCHPRÄSENTATION (verschoben auf März 2021)

Tagungsthema: Wohnungsbau im Ostblock

Zentrum für Baukultur Sachsen

Kulturpalast, Eingang Galeriestraße

(Teilnahme ist kostenlos und nach Anmeldung

möglich: anmeldung@zfbk.de)

 

3.12.2020, 20:00

ARTIST TALK (verschoben auf März 2021)

Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Str. 34

Künstler*innen

> Zhanna Kadyrova (Kiew, UA) / Fotografie, Installation
> Thomas Baumhekel (Dresden, DE) / Grafik
Maria Kiesner (Warschau, PL) / Malerei
Zuzanna Krynska (Dresden-Warschau, PL) / Video
> Martin Maleschka (Cottbus, DE) / Installation
> Martin Morgenstern (Dresden, DE) / Fotografie
> Stefan Paruch (Warschau, PL) / Installation
Alex Rex (Halle, DE) / Klanginstallation
Christine Starke (Dresden, DE) / Fotografie
Daniela Iva Svobodova (Halle-Prag, CZ) / Installation

Hendrik Voerkel (Leipzig, DE) / Malerei
Kollektiv Zupagrafika / David Navarro, Martyna Sobecka (Posen, ES, PL) / Fotografie, Art & Design

Plakat Kunst.Off Plattenbau
© Kunsthaus Raskolnikow

Partner der Ausstellung

Die Kunstausstellung wurde gefördert durch

Der wissenschaftliche Teil der Ausstellung wurde gefördert durch

Logo Freistaat Sachsen

Phasen

Christine Schlegel
Helge Leiberg

9.9.2020 / 20:00 Raskolnikow: Vernissage
12.9.2020 / 16:00 Schauburg: Masterclass mit Christine Schlegel

Seit Beginn der 1980er Jahre beschäftigten sich Christine Schlegel und Helge Leiberg mit Künstlerbüchern, Kunstzeitschriften, Experimentalfilmen und Musik-Tanz -Performances mittels Malerei. In der Ausstellung „PHASEN“ werden eine kleine Auswahl von Arbeiten aus dieser Schaffensperiode gezeigt. 

CHRISTINE SCHLEGEL 
gehört zu den bedeutendsten Dresdner Künstlerlinnen der Gegenwart. Ihr facettenreiches Euvre spannt einen weiten Bogen von Malerei mit surrealen Korrespondenzen, Installationen, Videoprojektionen bis hin zu experimentellen Filmessays, die performative  und tänzerische Elemente gekonnt verbinden und zugleich abstrahieren.

HELGE LEIBERG
„…es handelt sich um eine serie bilder und auch lithografien, die ich um das jahr 2000 gemacht habe und die sich auf das filmische in meiner kunst beziehen. dh, ich habe diese art bilder phasenbilder genannt, weil sie bewegungsphasen zeigen. jetzt nicht so chronologisch, dass man daraus einen trickfilm machen könnte, es sind eben „nur“ bilder, aber sie erzählen auch etwas und erinnern an gezeichnete phasen für animationen.“

Masterclass mit Christine Schlegel „Bewegte Bilder“ am 12. September 16 Uhr in der Schauburg 
Die Künstlerin präsentiert unter anderem ihren Film “ Rodarquilar-Verbrannte Erde mit einem Haus von Flüssigkeit“ und gibt Einblicke in ihre Schaffensprozesse. 

Moderation: Dr. Claus Löser

Ausstellung Phasen, Christine Schlegel, Helge Leiberg
© Kunsthaus Raskolnikow
Logo Filmfest Dresden

Wiebke Herrmann
Thomas Judisch

Meine hundert besten Freunde

12.6.2020 / 19:00: Vernissage

Laudatio: Adina Rieckmann
Gesangsperformance: „Treta Mominka“
Betreten der Ausstellung in kleineren Gruppen.

MEINE HUNDERT BESTE FREUNDE
Malerei + Installation

Unmittelbar vor der beginnenden Corona-Krise trat die Dresdner Malerin Wiebke Herrmann mit drei Künstlerkolleg*innen eine Reise nach Sizilien an. Durch die Ausweitung der „roten Zone“ in Italien – einen Tag nach ihrer Ankunft – befanden sie sich einerseits in Isolation in einem Ferienhaus auf dem Land, andererseits mussten sie den Urlaub auf wenige Tage verkürzen. Trotz der kurzen Dauer schöpfte Herrmann Ideen aus der Zeit in Süditalien. So entstanden nach der Rückkehr u. a. eine Reihe von Mariendarstellungen. Ihr Erscheinungsbild erinnert an bemalte bis stark geschminkte Wachsfiguren von schönen, sehr realistisch anmutenden und romantisch überhöhten Frauenfiguren – Bella Italia.
Am Ende ist es vielleicht eine Art Bestandsaufnahme und Sammlung des Marienkultes zwischen Schönheit und Weltschmerz, der hier zu sehen ist oder ist es der Prunk einer Villa, in der die Erben das Leben feiern?

Untermauert wird das Szenario durch die Arbeit „Meine hundert besten Freunde“ des Bildhauers Thomas Judisch, der auf Einladung von Herrmann eine neue Installation für die Ausstellung entwickelte: Drei Stehtische mit schneeweißen Hussen überzogen, dazu hundert Sektgläser verteilt im Raum, lassen eine Feier erwarten. Die einzelnen halbleeren bis leeren Gläser wurden mit Fingerabdrücken und Lippenstifträndern versehen, so dass das Auge getäuscht, sie als reale Gläser wahrnimmt. Tatsächlich sind es Sonderanfertigungen – Attrappen aus Wachs. La Dolce Vita!?

Der schöne Zufall, dass das Kunsthaus Raskolnikow e. V. sein 30. Jubiläum feiert, ist ein dankbarer Anlass zu dieser doch sehr eindringlichen Präsentation in dieser ziemlich paradoxen Zeit.

WIEBKE HERRMANN
studierte Malerei in Dresden. Spiegel Online kürte sie 2015 zur besten Nachwuchskünstlerin deutscher Kunsthochschulen. 2018 beendete sie ihr Meisterschülerstudium bei Professor Christian Macketanz, seitdem lebt und arbeitet sie in Dresden.

Web: wiebkeherrmann.de

THOMAS JUDISCH
2019 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Zahlreiche Ausstellungen seiner Arbeiten fanden in Deutschland und Europa statt. Als Dozent unterrichtet er an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und an der TU Dresden.
Web: thomasjudisch.com

Wiebke Herrmann Like a Prayer, Madonna II
©Wiebke Herrmann, Like a Prayer (Madonna II), Öl auf Leinwand, 2020

Yvonne Most
Heimat, Domizna, Domovina

Yvonne Most untersucht in ihrem fotografischen Werk das Phänomen des Verlustes einer Heimat. Ihre visuelle Analyse führt sie in Deutschland und in der unmittelbaren Nachbarschaft, in Tschechien durch. Für ihre Serien fotografiert sie Menschen, die aus dieser mitteleuropäischen Region stammen und zeigt bekannte Landschaften. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist sie in der Lage, das in letzter Zeit akute Problem der ungewollten Migration und ihre Folgen für die Gesellschaft dem Publikum auf subtile und greifbare Weise zu vermitteln. 

YVONNE MOST
studierte Fotografie bei Sibylle Bergemann an der Ostkreuzschule in Berlin und bei Rudolf Schäfer an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle, wo sie 2012 ihren Master-Titel erwarb. Sie arbeitet als freischaffende Fotografin und Dozentin für Fotografie. 2019 ist zu der Serie „Die Erinnerungen der Anderen“ ein gleichnamiges Buch im Kehrer Verlag erschienen. Das Buch wurde neulich mit dem renommierten Deutschen Fotobuchpreis in Silber prämiert.

Web: dokmost.de

Förderer
> Stiftung für das Sorbische Volk
> Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz 

Partner
> Forum für Zeitgenössische Fotografie 
Dresden e. V.
> Verein zur Pflege der Regionalkultur 
der Mittleren Lausitz e. V.
> Stup Dale e. V.
> Sächsische Landeszentrale für Politische Bildung 
> Die Veranstaltung findet als Satellitenausstellung des Portraits – Hellerau Photography Awards statt.

@Yvone Most aus der Serie "Es geht nur um Kohle"
©Yvonne Most aus der Serie "Es geht nur um Kohle"

Andrea Myers

Neon Speed

Kooperationsprojekt / Ausstellungsort:
Textil- und Rennsportmuseum
Hohenstein-Ernstthal Antonstraße 6

NEON SPEED
Das Ausstellungsprojekt der amerikanischen Künstlerin Andrea Myers aus Ohio, USA verspricht eine textilkünstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart. Sie war 2018 Stipendiatin des Künstleraustauschprogrammes zwischen Columbus Ohio und dem Freistaat Sachsen. Ihre verwendeten Materialien  sind zum großen Teil technische Textilien. Für das Projekt in unserem Haus haben wir ihr ein Konvolut von technischen Textilien aus unserer Region Westsachsen zur Verfügung gestellt, die sie in ihre textilen Wandobjekte in Patchwork-Art mit einarbeitet. Ein besonderes Kunstwerk entstand hier vor Ort im Museum. Es setzt sich auseinander mit den Ereignissen der Friedlichen Revolution im November 1989. Bilder von der Erstürmung der Berliner Mauer durch DDR Bürger in Jeansbekleidung gingen damals um die ganze Welt. Aus alten Jeanshosen setzt Andrea Myers dieses Szenario in eine textilkünstlerische Aussage um. Die expressive Ausstellungskraft ihrer Textilkunst sowie die Verwendung von technischen Textilien sind ein großartiger Auftakt unseres Ausstellungsprogrammes im Rahmen des Jahres der Industriekultur 2020.

Marina Palm, Museumsleiterin / Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal

ANDREA MYERS 
studierte Faser und Material am Kunstinstitut in Chicago. Ihre Arbeiten wurden in bedeutenden Museen und Kunstgalerien in Nordamerika und Europa ausgestellt. Andrea lebt in Ohio, wo sie als Assistant Professor für Kunst an der Kent State University in Stark, North Canton, Ohio, tätig ist.

Instagram: @andreamyersart
Web: www.andreamyersartist.com

Kooperationspartner
> Greater Columbus Arts Council
> Kent State University in Stark 
> Kulturraum ZwickauKulturraum Zwickau

Förderer:
> Kulturraum Zwickau
> Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Andrea Myers Neon Speed
©Andrea Myers, Neon Speed

Lisa Maria Baier /
Ronald Bal

No-Body and the Piu Piu’s

Lisa Maria Baier, eine Dresdner Künstlerin war als Stipendiatin in Rotterdam, im Gegenzug dazu war der Niederländische Künstler Ronald Bal in Dresden. Beide Künstler arbeiteten in jener Zeit ihres Aufenthaltes an ihren künstlerischen Projekten, deren Arbeitsergebnisse nun für 2 Wochen in der Galerie Raskolnikow präsentiert werden.

LISA MARIA BAIER
beschäftigt sich mit Film und Dokumentation. Ihre Arbeiten stellen Verbindungen zwischen dokumentierter Performance und dem Medium Video dar. 

RONALD BAL
fokussiert sich auf lebendige, linsen basierte Kunst sowie Installationen. Seine Arbeit beschäftigt sich mit der Gefahr und Zerbrechlichkeit in innigen Systemen und Naturereignissen.

Ronald Bal, No-Body and the Piu Piu’a
©Ronald Bal, No-Body and the Piu Piu’s
Lisa Baier, No-Body and the Piu Piu’s
©Lisa Baier, No-Body and the Piu Piu’s

Kooperationspartner
> Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz

Förderer:
Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz

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