Presse >> 30.10.–18.12.2020 / WBS70 fünfzig Jahre danach

AUSSTELLUNGSTEXT

Die Galerie Kunsthaus Raskolnikow in Dresden präsentiert vom 30.10. bis 18.12.2020 die Ausstellung „WBS70 fünfzig Jahre danach. Kunst.off Plattenbau“.

Mit der politischen Wende um 1989/90 endete nicht nur die Ära des sozialistischen Wohnungsbaus. Die Plattenbauten verloren in den meisten Ländern des ehemaligen Ostblocks innerhalb von wenigen Jahren ihr Image als moderne und begehrte Wohnstätten. In vielen Regionen der ehemaligen DDR kam es in dieser Zeit zu einem fortschreitenden Bevölkerungsschwund, auch in den früheren Mustersiedlungen. Einige dieser Wohngebiete wurden im Zuge der neuen Belegungspolitik zu sozialen Brennpunkten. Mittlerweile, 30 Jahre nach diesem historischen Umbruch, erregt dieses architektonische Erbe jedoch immer mehr öffentliches Interesse. Künstler*innen, Fotograf*innen und Architekturhistoriker*innen haben den Plattenbau als attraktives Sujet und Forschungsfeld entdeckt. In der Popkultur und Designszene ist die sozialistische Architekturmoderne („Ostmoderne“) mittlerweile sogar zum echten Star avanciert. 

In der Ausstellung werden Arbeiten von internationalen Künstler*innen präsentiert, die sich mit dem Sujet des industriellen Wohnungsbaus der Ära vor 1990 beschäftigen. Das gattungsübergreifende Konzept fördert den Dialog zwischen den Kunstschaffenden aus verschiedenen Ländern und schafft zugleich eine Art Forschungsplattform, auf der die Rezeption des Plattenbaus in der Kunst der ehemaligen Ostblockländer miteinander verglichen wird. Anlass für diese mit einem umfangreichen Rahmenprogramm gekoppelte Ausstellung ist das 50-jährige Jubiläum der meist nur WBS70 genannten Wohnungsbauserie 70, die das Erscheinungsbild vieler ostdeutscher Wohngebiete und Orte als am weitesten verbreiteter Plattenbautyp der DDR prägt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog. Das komplette Programm finden Sie demnächst auf der Webseite galerie-raskolnikow.de.

KÜNSTLER*INNEN
Zhanna Kadyrova (Kiew, UA) / Fotografie, Installation
> Thomas Baumhekel (Dresden, DE) / Grafik
Maria Kiesner (Warschau, PL) / Malerei
Zuzanna Krynska (Dresden-Warschau, PL) / Video
> Martin Maleschka (Cottbus, DE) / Installation
> Martin Morgenstern (Dresden, DE) / Fotografie
> Stefan Paruch (Warschau, PL) / Installation
Alex Rex (Halle, DE) / Installation
Christine Starke (Dresden, DE) / Fotografie
> Daniela Iva Svobodova (Halle-Prag, CZ) / Installation
Hendrik Voerkel (Leipzig, DE) / Malerei
Kollektiv Zupagrafika / David Navarro, Martyna Sobecka (Posen, ES, PL) / Fotografie, Art & Design

© Bilder (von links): Zupagrafika, Hendrik Voerkel, Zhanna Kadyrova, Stefan Paruch
© Text: Tomasz Lewandowski

Termine
30.10.2020 / 19:30: Vernissage im Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Str. 34, Dresden-Neustadt

31.10.2020 / 16:00: Eröffnung der externen Präsentation in einer Plattenbau-Musterwohnung, Hainbuchenstrasse 10, Dreden-Gorbitz

Kontakt 
Kurator und Organisator
Tomasz Lewandowski / +49 1627 344 025
info@tomaszlewandowski.de

Veranstalter
Kunsthaus Raskolnikow e. V. / Galerie
Iduna Böhning-Riedel / +49 171 843 92 66
galerie-raskolnikow.de / galerie@raskolnikow.de

Mitveranstalter
> Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung, Fakultät Architektur, Technische Universität Dresden
> Institut für Kunstpädagogik, Akademie für Spezialpädagogik Warschau, Polen
> Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft eG

Kooperationspartner
> Zentrum für Baukultur Sachsen in Dresden
> Verlag Sphere Publishers
> Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen
> Euroregion Elbe-Labe

Förderer

> SAB – Sächsische Aufbaubank / Förderprogramm Revolution und Demokratie
> Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden
> Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft eG

> Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
> Freistaat Sachsen
> Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz

Ausstellungsorganisation
> Dipl.-Ing. Päd. Iduna Böhning / Kunsthaus Raskolnikow
> Tanja Scheffler / Redaktion
> Julia Głogowska / Präsentationskonzept
> Tomasz Lewandowski / Kurator und Organisator