Aktuell

12. Juni >> 16. August 2020

Wiebke Herrmann
Thomas Judisch

Meine hundert besten Freunde

12.6.2020 / 19:00: Vernissage

Laudatio: Adina Rieckmann
Gesangsperformance: „Treta Mominka“
Betreten der Ausstellung in kleineren Gruppen.

MEINE HUNDERT BESTE FREUNDE
Malerei + Installation

Unmittelbar vor der beginnenden Corona-Krise trat die Dresdner Malerin Wiebke Herrmann mit drei Künstlerkolleg*innen eine Reise nach Sizilien an. Durch die Ausweitung der „roten Zone“ in Italien – einen Tag nach ihrer Ankunft – befanden sie sich einerseits in Isolation in einem Ferienhaus auf dem Land, andererseits mussten sie den Urlaub auf wenige Tage verkürzen. Trotz der kurzen Dauer schöpfte Herrmann Ideen aus der Zeit in Süditalien. So entstanden nach der Rückkehr u. a. eine Reihe von Mariendarstellungen. Ihr Erscheinungsbild erinnert an bemalte bis stark geschminkte Wachsfiguren von schönen, sehr realistisch anmutenden und romantisch überhöhten Frauenfiguren – Bella Italia.
Am Ende ist es vielleicht eine Art Bestandsaufnahme und Sammlung des Marienkultes zwischen Schönheit und Weltschmerz, der hier zu sehen ist oder ist es der Prunk einer Villa, in der die Erben das Leben feiern?

Untermauert wird das Szenario durch die Arbeit „Meine hundert besten Freunde“ des Bildhauers Thomas Judisch, der auf Einladung von Herrmann eine neue Installation für die Ausstellung entwickelte: Drei Stehtische mit schneeweißen Hussen überzogen, dazu hundert Sektgläser verteilt im Raum, lassen eine Feier erwarten. Die einzelnen halbleeren bis leeren Gläser wurden mit Fingerabdrücken und Lippenstifträndern versehen, so dass das Auge getäuscht, sie als reale Gläser wahrnimmt. Tatsächlich sind es Sonderanfertigungen – Attrappen aus Wachs. La Dolce Vita!?

Der schöne Zufall, dass das Kunsthaus Raskolnikow e. V. sein 30. Jubiläum feiert, ist ein dankbarer Anlass zu dieser doch sehr eindringlichen Präsentation in dieser ziemlich paradoxen Zeit.

WIEBKE HERRMANN
studierte Malerei in Dresden. Spiegel Online kürte sie 2015 zur besten Nachwuchskünstlerin deutscher Kunsthochschulen. 2018 beendete sie ihr Meisterschülerstudium bei Professor Christian Macketanz, seitdem lebt und arbeitet sie in Dresden.

Web: wiebkeherrmann.de

THOMAS JUDISCH
2019 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Zahlreiche Ausstellungen seiner Arbeiten fanden in Deutschland und Europa statt. Als Dozent unterrichtet er an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und an der TU Dresden.
Web: thomasjudisch.com

Wiebke Herrmann Like a Prayer, Madonna II
©Wiebke Herrmann, Like a Prayer (Madonna II), Öl auf Leinwand, 2020
Aktuell

7. Februar >> 31. Juli 2020

VERLÄNGERT BIS 31. JULI! Andrea Myers

Neon Speed

Kooperationsprojekt / Ausstellungsort:
Textil- und Rennsportmuseum
Hohenstein-Ernstthal Antonstraße 6

NEON SPEED
Das Ausstellungsprojekt der amerikanischen Künstlerin Andrea Myers aus Ohio, USA verspricht eine textilkünstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart. Sie war 2018 Stipendiatin des Künstleraustauschprogrammes zwischen Columbus Ohio und dem Freistaat Sachsen. Ihre verwendeten Materialien  sind zum großen Teil technische Textilien. Für das Projekt in unserem Haus haben wir ihr ein Konvolut von technischen Textilien aus unserer Region Westsachsen zur Verfügung gestellt, die sie in ihre textilen Wandobjekte in Patchwork-Art mit einarbeitet. Ein besonderes Kunstwerk entstand hier vor Ort im Museum. Es setzt sich auseinander mit den Ereignissen der Friedlichen Revolution im November 1989. Bilder von der Erstürmung der Berliner Mauer durch DDR Bürger in Jeansbekleidung gingen damals um die ganze Welt. Aus alten Jeanshosen setzt Andrea Myers dieses Szenario in eine textilkünstlerische Aussage um. Die expressive Ausstellungskraft ihrer Textilkunst sowie die Verwendung von technischen Textilien sind ein großartiger Auftakt unseres Ausstellungsprogrammes im Rahmen des Jahres der Industriekultur 2020.

Marina Palm, Museumsleiterin / Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal

ANDREA MYERS 
studierte Faser und Material am Kunstinstitut in Chicago. Ihre Arbeiten wurden in bedeutenden Museen und Kunstgalerien in Nordamerika und Europa ausgestellt. Andrea lebt in Ohio, wo sie als Assistant Professor für Kunst an der Kent State University in Stark, North Canton, Ohio, tätig ist.

Instagram: @andreamyersart
Web: www.andreamyersartist.com

Kooperationspartner
> Greater Columbus Arts Council
> Kent State University in Stark 
> Kulturraum ZwickauKulturraum Zwickau

Förderer:
> Kulturraum Zwickau
> Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Andrea Myers Neon Speed
©Andrea Myers, Neon Speed
Coming soon!

30. Oktober >> 18. Dezember 2020

KUNST.OFF PLATTENBAU

WBS70 – fünfzig Jahre danach

Die Galerie Kunsthaus Raskolnikow in Dresden präsentiert vom 30.10. bis 18.12.2020 die Ausstellung „Kunst.off Plattenbau. WBS70 ‒ fünfzig Jahre danach“.

Die Wende um 1990 bedeutete für den sozialistischen Massenwohnungsbau in den ehemaligen Ostblockländern nicht nur ein Ende der Baumaßnahmen. Die Häuser aus der Platte verloren innerhalb von wenigen Jahren ihr Image als moderne und begehrte Wohnstätten. In den Ländern der ehemaligen DDR verzeichnet man seitdem eine fortschreitende Entvölkerung der damaligen Mustersiedlungen. Viele von ihnen wurden zu sozialen Brennpunkten. Heute, 30 Jahre nach dem Umbruch, erregt der umstrittene architektonische Nachlass immer mehr Interesse. Künstler und Architekturhistoriker entdecken seit einiger Zeit im Plattenbau ein attraktives Forschungsfeld. In der Pop-Art-Szene hat sich die osteuropäische Nachkriegsmoderne zum echten Star gemausert.

In der Ausstellung „WBS70 ‒ fünfzig Jahre danach“ werden Arbeiten von Künstler*innen präsentiert, die sich mit dem Sujet des industriell gefertigten Massenwohnungsbaus vor 1990 beschäftigen. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum des Plattenbautypus WBS70, der vor dem Mauerfall in den ostdeutschen Städten am meisten verbreitet war und bis heute noch den Stadtrand vieler Orte prägt.

Das detaillierte Ausstellungsprogramm erscheint demnächst.

KÜNSTLER*INNEN
> Zhanna Kadyrova (Kiev, UA) / Skulptur
> Thomas Baumhekel (Dresden, DE) / Grafik
> Alex Rex (Halle, DE) / Installation
> Hendrik Voerkel (Leipzig, DE) / Malerei
> Maria Kiesner (Warschau, PL) / Malerei
> Daniela Svobodova (Halle-Prag, CZ) / Performance
> Zuzanna Krynska (Dresden-Warschau, PL) / Video
> Christine Starke (Dresden, DE) / Fotografie
> Stefan Paruch (Warschau, PL) / Installation
> Martin Maleschka (Cottbus, DE) / Installation
> Kollektiv Zupagrafika / David Navarro, Martyna Sobecka (Posen, ES, PL) / Pop-Art

Mitveranstalter
> Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung, Fakultät Architektur, Technische Universität Dresden
> Institut für Kunstpädagogik, Akademie für Spezialpädagogik Warschau, Polen
> Eisenbahner Wohnungsgenossenschaft Dresden eG

Kooperationspartner
> Zentrum für Baukultur Sachsen in Dresden
> Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen
> Euroregion Elbe-Labe

Förderer
> SAB – Sächsische Aufbaubank / Förderprogramm Revolution und Demokratie
> Freistaat Sachsen
> Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz

Ausstellungsorganisation
> Iduna Böhning-Riedel, Kunsthaus Raskolnikow e. V.
> Tanja Scheffler, TU Dresden / Redaktion 
> Julia Głogowska / Präsentationskonzept
> Tomasz Lewandowski / Kurator

Plakat Kunst.Off Plattenbau
©Kunsthaus Raskolnikow
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