Aktuell

16. Juli >> 10. September 2021

non konform

Klaus Hähner-Springmühl
Erich Wolfgang Hartzsch

Fotoübermalungen, Collagen, Fotografie, experimentelle Filme

Non konforme Kunst
In den 1970er Jahren entwickelte sich, abseits der Kunstzentren Berlin, Dresden, Leipzig mit Ihren Kunsthochschulen, in Karl-Marx-Stadt eine unabhängige nonkonforme Künstlerszene. Es entstand eine der wichtigsten Künstlergruppen der DDR, die CLARA MOSCH. In dieser Zeit wurde Gunar Barthel Leiter der Galerie Oben und machte sie zum Zentrum der nonkonformen Kunst in der DDR. Nach der Ausbürgerung von Gunar Barthel 1987, leitete Tobias Tetzner die Galerie Oben in der Transformationszeit 1989–2005. Gunar Barthel gründete 1989 in Westberlin seine eigene Galerie und heißt seit dem Jahr 2000 Galerie Barthel + Tetzner GmbH. Dort befindet sich das Archiv- und Dokumentationszentrum zur nonkonformen Kunst in der DDR.

Exklusiv für die Galerie Raskolnikow in der Dresdner Neustadt, welche von der Boheme der dortigen Kunstszene gegründet wurde, bereiten wir eine Ausstellung vor, die diese einzigartige Entwicklung der Kunstszene in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz beleuchtet. In dieser Ausstellung sollen Arbeiten von zwei Künstler gezeigt werden, die eine singuläre Position vertreten und mit radikalen Interventionen einen großen Einfluss auf die jüngere Generation von Künstlern weit über die Grenzen der Stadt hinaus hatten. Von Klaus Hähner-Springmühl und Erich Wolfgang Hartzsch werden wir Werke aus der DDR-Zeit und der Transformationszeit bis ca. 1996 zeigen, darunter u.a. Fotoübermalungen, Collagen, Fotografie, Zeichnungen, Videoaufzeichnungen, experimentelle Filme, dokumentarisches Material der zum Teil gemeinsam gezeigten Performances. Diese Ausstellung soll anschaulich machen, welche großartige Kreativität, innere Freiheit und Zügellosigkeit diese Künstlerexistenzen in einer Diktatur freisetzen kann und auch an einigen wenigen Orten, wie z.B. der Galerie Oben möglich war.

Gunar Barthel + Tobias Tetzner, März 2021

Ausstellungsprogramm

16.7.2021 / 20:30
VERNISSAGE

Kuratoren- Künstler Gespräch mit Erich Wolfgang Hartzsch, Gunar Barthel + Tobias Tetzner und dem Filmhistoriker Dr. Claus Löser

16.7.2021 / 21:30
FILM OPEN AIR AN DER HAUSFASSADE (im Rahmen des 33. FILMFEST DRESDEN)

Der 1989 entstandene Super-8-Film „Menschen dieser Stadt“ legt auch Zeugnis davon ab. Er ist gleichzeitig ein spätes DDR-Zeitbild und das Dokument einer überaus produktiven Arbeitskonstellation.

Zur Eröffnung werden weitere Schmalfilme von E. Wolfgang Hartzsch gezeigt. Diese gewähren Einblicke in seine schöpferischen Methoden und liefern Bezüge zu den in der Galerie ausgestellten Werken. Die Vorführung wird gerahmt von einem Gespräch zwischen dem Künstler/ Kuratoren und dem Filmhistoriker Dr. Claus Löser.

Non Konforme Kunst der DDR
Fleisch-Rosa, 1988 Fotografie, Tusche auf Karton, 53,0 x 43,0 cm Foto: Archiv Galerie Barthel + Tetzner GmbH

Partner der Ausstellung

Die Ausstellung wird präsentiert vom Kunsthaus Raskolnikow/Galerie e. V. im Rahmen des 33. FILMFEST Dresden und in Kooperation mit der Galerie Barthel + Tetzner Berlin und dem Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Logo Filmfest Dresden

Förderer der Ausstellung

Das Ausstellungsprojekt nun konform wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert. 

Unterstützung durch die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED Diktatur. Unterstützung durch den Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Logo Sächsischer Landtag
Logo SKD

Der Kunsthaus Raskolnikow e. V. wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.

Logo Amt für Kultur und Denkmalschutz
Rückblick

20. April >> 25. Juni 2021

Ästhetik der Überwachung

Valentyn Odnoviun
Wolfram Kastl

Ein Kurzfilm von Michael Schlaszus zu der Ausstellung „Ästhetik der Überwachung: Artefakte der politischen Kontrolle im fotografischen Bild“ mit Fotografien von Valentyn Odnoviun und Wolfram Kastl, die vom April bis Juni in der Galerie Kunsthaus Raskolnikow und in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden präsentiert wurde.

Ausstellungstext (Auzug)
Beide Künstler untersuchen in ihrer Arbeit mit den Mitteln der Fotografie die politische Unterdrückung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Zugleich bleiben sie in ihren kreativen Arbeitskonzepten souverän und innovativ. Die nebeneinander präsentierten Serien erzeugen wirkungsvolle Kontraste: Den dunklen, sphärischen und abstrahierten Bildern der Überwachungsapparate in den Gefängnissen (Odnoviun) stehen die hellen, sachlichen Aufnahmen einer Auswahl von Spionageinstrumenten aus dem DDR-Alltag (Kastl) gegenüber. Die Fotoserien zeigen keine explizite Gewalt. Es sind Spuren und Artefakte der Unterdrückung, anhand deren die Künstler ihre Analysen führen. Zwischen den Aufnahmen und der Verwendung der Spionagewerkzeuge liegt eine beträchtliche zeitliche Distanz. Odnoviun und Kastl fotografieren ihre Objekte in den Museen und Gedenkorten. Diese Distanz und die Loslösung vom ursprünglichen Kontext schaffen einen quasi laborähnlichen Rahmen, in dem die Fotografen präzise und zielgerichtet arbeiten. Nichts auf diesen Bildern scheint dem Zufall überlassen zu sein.

Zur Ausstellung erschien ein umfangreich bebilderter Katalog.

Partner der Ausstellung

Förderer der Ausstellung

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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