15. April >> 5. Juni 2026
In Limbo / Grenzbereichsforschung
im Rahmen des 38.FILMFEST DRESDEN präsentieren wir
Objekte, Fotografie und Film
Katja Pratschke und Gusztáv Hámos
Im Zentrum der Ausstellung GRENZBEREICHSFORSCHUNG steht die Videoarbeit IN LIMBO (2022, 32 min), die sich mit dem Befreien von Zwängen, von Eigentumsansprüchen, den Verlust von Freiheit und den Kampf um Freiheit auseinandersetzt. Die Arbeit stellt persönliche Freiheit staatlichen Interessen und Definitionen gegenüber. Das für das Video und den Ausstellungsraum prozessierte fotografische Frühwerk des 1979 aus Ungarn nach Westberlin geflüchteten Künstlers Gusztáv Hámos dient der Kommunikation autobiografischer Erfahrungen: die Einberufung in die Volksarmee zum Wehrdienst, die Musterung und die Verweigerung. Die Selbstbestimmungsversuche setzt das Künstlerduo parallel zur Geschichte des Freiheitsplatzes in Budapest. Seit dem Abriss der kaiserlichen Kaserne und der Errichtung des Freiheitsplatzes haben die Machthabenden dort Skulpturen, Statuen und Denkmäler errichtet, um an den Kampf um die Freiheit und den Verlust der Freiheit zu erinnern. Die Ausstellung umfasst das Video IN LIMBO, sowie Fotoserien, Fototableaus und Fotoobjekte (1974-2024).
Die fotografischen Serien der 70ziger Jahre zeigen Fotoperformances, die künstlerische Strategien der Verweigerung und Selbstverwirklichung abseits von Herrschaftssystemen dokumentieren. SEINS FICTION (1980), integriert als Traumsequenz in der Videoarbeit IN LIMBO und Polaroidserien thematisieren Erlebnisse elementarer Grenzübertritte und gehen der Frage nach inwieweit das Sein fiktiv sein kann.
Schablonen, Fototableau, Fotoobjekt und Faltbogen, dekonstruieren einen öffentlichen Ort. Der Freiheitsplatz in Budapest ist Repräsentationsraum, er ist besetzt von Denkmälern und Statuen. Durch Dekonstruktion als Strategie der Demontage von Hierarchien wird ein kritischer Diskurs zum aktuellen Abbau und Austausch von Denkmälern, die nicht ins politische Narrativ der aktuell Regierenden passen, eröffnet.
Vernissage 15. April 19h
Einführung: Film Kurator Dr.Claus Löser (Berlin)
Gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der LH Dresden und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen


in Kooperation mit dem 38. Filmfest Dresden